BNetzA: Vorbereitung Plattform für Strommangellagen

Wie aus Medienberichten hervorgeht, entwickelt die Bundesnetzagentur (BNetzA) eine digitale Plattform, über die im Fall einer Strommangellage gezielte Verbrauchsreduzierungen bei Großverbrauchern koordiniert werden können. Die sogenannte „Sicherheitsplattform Strom“ (SiPlaS) soll mit einer ersten funktionsfähige Version bereits im Winter 2026/2027 zur Verfügung stehen. Die Behörde betont, dass es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme handelt.

Die BNetzA arbeitet demnach bereits seit 2024 an der Plattform. Der Übertagungsnetzbetreiber Amprion sei mit der Entwicklung beauftragt. Die Sicherheitsplattform Strom soll der BNetzA ermöglichen, im Fall einer drohenden Strommangellage Verbrauchsreduzierungen bei großen Stromverbrauchern gezielter zu planen und anzuordnen. Eine akute Mangellage besteht nach Angaben der Behörde nicht. Die SiPlaS zielt auf eine länger anhaltende Mangellage und nicht auf eine akute Unterdeckung in einem bestimmten Netzgebiet.

Für Letztverbraucher mit einem Jahresverbrauch von mehr als 8 GWh je Entnahmestelle soll eine Registrierung auf der Plattform verpflichtend sein. Im Fokus möglicher Lastreduktionsmaßnahmen stehen laut den Medienberichten insbesondere Industriebetriebe mit einem Verbrauch ab 10 GWh.

Um den laufenden bürokratischen Aufwand für Unternehmen möglichst gering zu halten, sollen konkrete Planungsdaten erst abgefragt werden, wenn sich tatsächlich eine Energiemangellage abzeichnet. Eine automatische Fernabschaltung von Verbrauchern über die Plattform ist nicht vorgesehen. Im Ernstfall würde die Bundesnetzagentur eine hoheitliche Verfügung zur Reduzierung des Stromverbrauchs erlassen. Die technische Umsetzung der angeordneten Verbrauchsdrosselung obliegt den betroffenen Unternehmen und Netzbetreibern.

Solche Eingriffe sind als letztes Mittel vorgesehen und sollen mit ausreichender Vorlaufzeit angekündigt werden. Wie aus Medienberichten hervorgeht, gehen Branchenvertreter von einem möglichen Vorlauf von ein bis drei Tagen aus.

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