ÜNB: Vorläufige Übertragungsnetzentgelte 2027

Die vier Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) – 50Hertz, Amprion, TenneT Germany und TransnetBW – haben die vorläufigen bundeseinheitlichen Übertragungsnetzentgelte für 2027 veröffentlicht. Demnach steigt das durchschnittliche Netzentgelt auf Höchst- und Umspannungsebene im kommenden Jahr von derzeit 2,86 auf 3,54 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht einem Anstieg um rund 24 Prozent.

Bei der Berechnung berücksichtigt wurde ein geplanter Zuschuss des Bundes in Höhe von 5,525 Milliarden Euro. Dieser soll aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) finanziert und im neuen § 24d EnWG gesetzlich verankert werden. Gegenüber 2026 fällt der Zuschuss damit knapp eine Milliarde Euro niedriger aus. Ohne die Unterstützung würde das durchschnittliche Übertragungsnetzentgelt 2027 bei 6,52 Cent pro Kilowattstunde liegen.

Nach dem Gesetzentwurf vom 2. September 2026 soll der Zuschuss bis einschließlich 2029 fortgeführt werden und jährlich 5,525 Milliarden Euro betragen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung ist die gesetzliche Regelung allerdings noch nicht verabschiedet. Die vorläufigen Netzentgelte stehen daher unter dem Vorbehalt des parlamentarischen Verfahrens. Sollte bis zum 7. Dezember 2026 keine Rechtssicherheit bestehen, ist mit entsprechend höheren endgültigen Übertragungsnetzentgelten für 2027 zu rechnen.

Die Übertragungsnetzbetreiber sind verpflichtet, den Zuschuss vollständig zur Senkung der Netzentgelte einzusetzen. Die Entlastung kommt damit den Netznutzern auf Übertragungsnetzebene und mittelbar auch den Kunden in den nachgelagerten Verteilnetzen zugute. Wie stark die Entlastung dort ausfällt, kann aufgrund der jeweiligen Netzstrukturen regional unterschiedlich sein.

Die Netzkosten werden insbesondere durch Maßnahmen zur Sicherung der Systemstabilität sowie durch Investitions- und Betriebskosten der Netzinfrastruktur bestimmt. Dazu zählt unter anderem das Engpassmanagement. Mit dem weiteren Ausbau der Übertragungsnetze sollen sich die dafür anfallenden Kosten perspektivisch reduzieren.

>> Pressemitteilung: Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen vorläufige Netzentgelte für 2027 (TransnetBW)

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